François Matthey
Gründer ADHwaS · Verstehen statt Reparieren
Du hast einen Artikel gelesen, ein Video gesehen oder jemanden kennengelernt – und plötzlich dachtest du: "Das klingt wie ich." Vielleicht schon seit Jahren. Vielleicht erst seit gestern. Und jetzt fragst du dich: Könnte das bei mir auch ADHS sein? Ein Selbsttest kann dir erste Orientierung geben. Dieser Artikel erklärt dir, was er leisten kann, was er nicht kann – und was du danach tun kannst.
Ein ADHS-Selbsttest ist ein strukturierter Fragebogen, der dir hilft einzuschätzen, ob deine Erfahrungen und Verhaltensweisen mit typischen ADHS-Merkmalen übereinstimmen. Der bekannteste ist der ASRS-v1.1 (Adult ADHD Self-Report Scale), der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt wurde und in der klinischen Praxis als Screening-Instrument eingesetzt wird.
Unser kostenloser ADHS-Selbsttest basiert auf diesem Screening-Ansatz: 18 Fragen, 2 Minuten, anonym. Er gibt dir eine erste Einschätzung – ohne Registrierung, ohne Wartezeit.
ADHS bei Erwachsenen sieht oft anders aus als bei Kindern. Die Hyperaktivität wird leiser – aber das innere Erleben bleibt intensiv. Häufige Anzeichen sind:
Erkennst du dich in mehreren dieser Punkte? Dann lohnt sich der Schritt zum Selbsttest. Mehr über das Erleben von ADHS bei Erwachsenen findest du in unserem vertieften Überblick.
Das ist der wichtigste Punkt dieses Artikels, deshalb klar und ehrlich:
Ein Selbsttest ist wie ein Kompass, kein GPS. Er zeigt dir eine Richtung – aber er kennt nicht deine ganze Geschichte.
Unser Test ist bewusst kurz und niederschwellig gehalten. Du beantwortest 18 Fragen zu deinem Alltag der letzten 6 Monate – auf einer Skala von "nie" bis "sehr oft". Am Ende siehst du sofort, ob deine Antworten auf ADHS-typische Muster hinweisen.
Jetzt den ADHS-Selbsttest machen → (kostenlos, anonym, 2 Minuten)
Je nachdem, was der Test zeigt, gibt es unterschiedliche nächste Schritte:
Wenn du nach dem Selbsttest eine formale Abklärung anstrebst, kann das Gespräch mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt ein sinnvoller erster Schritt sein. Ob eine Zuweisung nötig ist und welche Kosten vergütet werden, hängt von Fachstelle, Leistung und Versicherungsmodell ab. Alles Wichtige dazu – Ablauf, Kosten und Wartezeiten – findest du in unserem Artikel zur ADHS-Abklärung in der Schweiz.
Ein wichtiger Hinweis: Viele ADHS-Screening-Tests wurden ursprünglich an männlichen Probanden entwickelt. Frauen mit ADHS zeigen häufig ein anderes Bild – weniger sichtbare Hyperaktivität, mehr innere Unruhe, stärkeres Masking (Anpassen und Verbergen). Das führt dazu, dass Frauen im Screening oft unauffällig abschneiden, obwohl ADHS vorliegt.
Wenn du dich in den Beschreibungen erkennst, aber der Test "nichts findet", lies unseren Artikel zu ADHS bei Frauen und Spätdiagnosen.
Ein Selbsttest ist ein guter erster Schritt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er gibt dir Sprache für etwas, das du vielleicht schon lange spürst. Und er kann der Anfang eines Weges sein, der dir mehr Klarheit über dich selbst bringt.
Du musst das nicht alleine verstehen.
Ja. Der ADHwaS-Selbsttest ist vollständig kostenlos und anonym. Du brauchst keine Registrierung.
Nein. Ein Online-Test kann erste Hinweise geben, aber keine Diagnose stellen. Eine gesicherte Diagnose erfordert eine fachliche Abklärung durch eine qualifizierte Fachperson.
Der ASRS-v1.1 (Adult ADHD Self-Report Scale) ist ein von der WHO entwickelter Fragebogen zur Selbsteinschätzung bei Erwachsenen. Er wird in der klinischen Praxis als Screening-Instrument eingesetzt und bildet die Grundlage vieler ADHS-Selbsttests.
Sprich mit deiner Hausärztin oder buche ein kostenloses Erstgespräch mit einem Coach im ADHwaS-Netzwerk. Kein Ergebnis ist ein Urteil – es ist ein Ausgangspunkt.
ADHS entsteht in der Kindheit, wird aber bei vielen Erwachsenen erst spät erkannt – besonders bei Frauen. Das bedeutet nicht, dass es "neu" ist, sondern dass es lange unerkannt blieb.
Weiterführende Angebote von ADHwaS
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Zum ADHS-SelbsttestFrançois Matthey ist ADHS-Experte, Coach und Gründer von ADHwaS. Seit über 30 Jahren arbeitet er im Bildungsbereich und begleitet Menschen mit ADHS und Neurodivergenz dabei, ihr Potenzial zu entfalten.