François Matthey
Gründer ADHwaS · Verstehen statt Reparieren
Dein Gehirn ist nicht kaputt. Es braucht nur die richtigen Bedingungen. Das ist der fundamentale Paradigmenwechsel: ADHS-Alltag bedeutet nicht, dein Leben so zu führen wie Menschen ohne ADHS. Es bedeutet, ein Leben zu designen, das für dein Gehirn funktioniert.
Schlaf ist für ADHS-Gehirne nicht optional. Die meisten Erwachsenen mit ADHS schlafen zu wenig. Warum? Weil der Übergang vom «wach» zum «schlafen» für dein Gehirn kompliziert ist. Es interessiert sich nicht für die Uhr um 22:00 Uhr. Es interessiert sich dafür, worüber es gerade nachdenkt.
Mit ADHS brauchst du oft mehr Schlaf, nicht weniger. Und du brauchst Strukturen, um in den Schlaf zu kommen: feste Schlafenszeit, eine Stunde vor dem Schlaf ohne Bildschirm, vielleicht Magnesium oder White Noise.
ADHS ist, auf einer neurochemischen Ebene, ein Dopamin-Problem. Und Bewegung ist eine natürliche, kostenlose Dopaminquelle. Nicht irgendwelche Bewegung. Regelmässige, intensive körperliche Aktivität. Dein Gehirn braucht das täglich.
Menschen mit ADHS, die regelmässig intensiv trainieren, berichten oft, dass ihre ADHS-Symptome deutlich abnehmen. Nicht verschwinden – aber abnehmen.
Viele Menschen mit ADHS haben eine widersprüchliche Beziehung zu Struktur. Einerseits brauchen sie sie. Andererseits fühlt sich zu viel starre Struktur gefängnisartig an.
«Das ist nicht eine Struktur, die mich einengt. Das ist eine Struktur, die mich freimacht.» – Ein Klient nach drei Monaten mit einem hyper-einfachen System.
Menschen mit ADHS leiden überproportional unter Einsamkeit. Nicht weil sie seltsam sind – sondern weil ADHS-Gehirne anders kommunizieren und in Gruppen oft verloren oder überstimuliert fühlen. Du brauchst nicht zwanzig enge Freund*innen. Du brauchst ein oder zwei Menschen, die dich verstehen.
Dein ADHS-Gehirn sucht konstant nach Dopamin. Das ist nicht schlecht. Das ist dein Gehirn, das versucht, sich selbst zu regulieren. Das Problem: Die einfachsten Dopamin-Quellen sind oft destruktiv – schnelles Scrollen, Zuckerschübe, Last-Minute-Stress.
Gestalte deine Dopamin-Quellen bewusst:
ADHS-Gehirne sind überstimuliert. Das ist neurobiologisch. Dein Gehirn filtert weniger externe Reize – alle Geräusche, alle visuellen Informationen schiessen gleichzeitig ins Bewusstsein. Das bedeutet: Du brauchst mehr Erholung als andere.
Menschen mit ADHS sind oft sehr selbstkritisch. Sie haben jahrelang damit verbracht, sich selbst zu hassen – weil sie nicht «normal» funktionieren. Diese innere Kritik ist giftig. Echte Veränderung beginnt mit Selbstmitgefühl.
«Ich habe mich selbst mein ganzes Leben lang gehasst. Seit ich verstehe, dass mein Gehirn einfach anders ist, kann ich anfangen, mich selbst zu mögen. Das ist nicht eine kleine Veränderung. Das ist alles.»
Weiterführende Angebote von ADHwaS
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Zum ErwachsenenkursFrançois Matthey ist Gründer von ADHwaS. Verstehen statt Reparieren.